Erfolgreiche Recruiter sind talentierte Kommunikatoren. Sie haben die Gabe, die gleiche Sprache wie ihr Gegenüber zu sprechen. Denn sie sind nicht einfach nur erfahrene Interviewer und CV-Experten, sondern Kenner ihrer Unternehmensbranche, deren Fachmaterie sie verstehen und in der sie über Jahre hinweg ein solides Netzwerk an Kontakten aufgebaut haben. Doch all diese bewährten Fähigkeiten sind je länger desto mehr nur noch die eine Seite einer Medaille, die nur als Ganzes von Wert ist.

Traditionelle Fertigkeiten im digitalen Kontext

Wir sprechen von hybriden Skills, wenn traditionelle Fertigkeiten in Führungsaufgaben und im Projektmanagement in einen digitalen Kontext gestellt werden. Wer neben dem HR-Alltag Zeit findet, sich mit Active Sourcing und bool’schen Suchstrings auseinanderzusetzen, macht wahrscheinlich einiges richtig. Doch hybride Fähigkeiten greifen weiter als das Bedienen des LinkedIn-Recruiters. Vielmehr ist die Rede von einem digitalen Mindset, einer Orientierungsfähigkeit im Sinne einer neuen Art lösungsorientierten Handelns.

Das Erfolgsrezept

Die Aufgabe des Recruiters ist dieselbe geblieben: Er soll talentierte Arbeitskräfte für sein Unternehmen gewinnen. Doch gerade wenn es sich um eine Spezialisten-Stelle handelt, die gut und gerne mal einige Monate unbesetzt ist, gibt es nicht einfach das eine Erfolgsrezept. Es geht immer mehr darum, sich in einer ungewissen, digitalen Umgebung zurecht zu finden, logisch und strukturiert vorzugehen, gleichwohl flexibel zu sein, Ansätze zu verändern, geduldig zu bleiben.

Fragestellungen aus dem Marketing

Es ist eine Herausforderung, digitale Wege zu erkennen, die sich dem Recruiter nicht auf den ersten Blick erschliessen. Nicht selten wird dabei der Kompetenzbereich des Marketings tangiert. Der Modebegriff Personalmarketing ist gar nicht so schlecht gewählt: Wer ist meine Zielgruppe? Finde ich meinen Kandidaten auf XING oder sind Business-Netzwerke zu akademisch und Karriere-geprägt? Hält sich der junge Praktiker nicht eher auf Snapchat und Instagram auf?

Sowohl als auch

Es sind auch solche Fragen, die sich der Recruiter heute stellen muss auf der Suche nach Personal-Lösungen im «War for Talent». Die Kunst des modernen Recruiting liegt darin, traditionelle Fähigkeiten mit digitalem Knowhow zu vereinen: stark sein in der Face-to-Face-Kommunikation, aber eben auch in der Online-Kommunikation. Strukturiert vorgehen und Bewährtes tun, aber eben auch hinterfragen und neue Wege prüfen. Das «digitale Gespür» wird sich je länger desto mehr als der kritische Erfolgsfaktor im Recruiting herausstellen.

Über den Autor

Tobias Haeberli

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